Yoga Übungen bei bestimmten Beschwerden – funktioniert das wirklich?

 

 

Martin Soder (Yogalehrer und Arzt aus Berlin) erklärt wie Yoga Übungen wirken und wie unseren Atem dabei eine große Rolle spielt.
 

„In vielen Yogastunden und Yogabüchern werden bestimmte Übungen empfohlen, die die Stimmung heben, gegen Angst und Depression helfen sollen. Oft werden da zum Beispiel „Herzöffner“ genannt, also Übungen, die die Vorderseite des Körpers dehnen. Funktioniert das?
Wir gehen nicht davon aus, dass man von einer bestimmten Körperhaltung eine eindeutig definierte Wirkung erwarten kann. Das gilt schon für das unmittelbare Erleben einer Übung: Es ist eben nicht immer so, dass ein Mensch das Gefühl hat: „Ich öffne mich“, wenn er die Arme öffnet auch wenn es sich sicher anders anfühlt, als wenn sie die Arme vor der Brust verschränkt. Und was bleibende Wirkungen angeht, fehlt für Vorstellungen wie „Drehungen reinigen die Leber“ oder „der Schulterstand hilft bei Wechseljahrsbeschwerden“ jeder seriöse Nachweis.

Wie wirkt Yoga denn dann?
Es gibt einmal allgemeine, sehr unspezifische Wirkungen. Bestimmte Übungen sind dynamischer, aktivierender, andere beruhigender. So beeinflusst Yoga beispielsweise durch den Einsatz des Atems stark die vegetative Ebene, eine Betonung der Ausatmung etwa reduziert Stresssymptome. Wesentlich wirkt Yoga über die Unterstützung jener positiven Selbstregulierungen, die uns bei Gesundheit hält. Das gilt für die emotionale Ebene ebenso wie für die körperliche. Spezifische Wirkungen finden wir besonders für Wirkungen im Bereich des Bewegungssystems, etwa der Rücken stärkende Effekt bestimmter dynamischer Rückbeugen. (…)“
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